
Kill your darlings: Warum Reduktion im Briefing über den Erfolg einer Kampagne entscheidet.

Viele Kommunikationsprojekte starten mit einem ambitionierten Ziel: möglichst viele Menschen erreichen. Am liebsten gleich alle. Unterschiedliche Altersgruppen, verschiedene Interessen, mehrere Märkte. Und natürlich soll sich am Ende jede Zielgruppe angesprochen fühlen.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Je mehr Menschen erreicht werden, desto grösser scheint der potenzielle Effekt einer Marketingkampagne. In der Praxis zeigt sich jedoch oft ein anderes Bild: Wenn Kommunikation versucht, für alle relevant zu sein, verliert sie schnell an Schärfe.
Doch gerade im Marketing beginnt die Qualität einer Kampagne nicht erst mit der Idee, sondern bereits viel früher: im Briefing.
Dort entscheidet sich, wie klar eine Botschaft sein kann, wie präzise eine Zielgruppe definiert ist und wie mutig und unkonventionell die strategischen Überlegungen hinter einem Projekt wirklich sind. Genau hier spielt der Mut zur Reduktion eine entscheidende Rolle.
Wenn Zielgruppen bewusst eingegrenzt werden, entsteht Raum für präzisere Botschaften. Kommunikation wird dadurch verständlicher, relevanter und oft auch kreativer. Und vor allem: sie verwässert nicht. Eine Kampagne, die eine klar definierte Gruppe wirklich erreicht, kann deutlich mehr Wirkung entfalten als eine Botschaft, die versucht, möglichst vielen alles zu sagen und allen gleichzeitig zu gefallen.
Die berühmte kreative Regel «Kill your darlings» wird oft auf den kreativen Prozess angewendet, wenn gute Ideen zugunsten der besseren verworfen werden müssen. Doch ich glaube, dass dieser Gedanke bereits viel früher beginnen sollte: im strategischen Denken und im Briefing. Denn je klarer die Ausgangslage, desto präziser kann Kommunikation wirken.
Bei andfrank erleben wir immer wieder, dass die besten Entscheidungen oft in der Reduktion liegen: weniger Zielgruppen, klarere Botschaften, präzisere Strategien. Nicht, weil man Menschen ausschliessen will, sondern weil man diejenigen, die wirklich relevant sind, umso besser erreichen kann.
Ich bin überzeugt: Wer versucht, alle zu erreichen, spricht am Ende oft niemanden wirklich an.
